Flohsamen-Ratgeber

Flohsamen Anwendung

Die seit langem als Heilmittel bekannten Flohsamen sind sehr gut verträglich und bei richtiger Anwendung sind kaum Nebenwirkungen zu befürchten. Allergien und sonstige Unverträglichkeiten sind selten und Nebenwirkungen häufig auf Anwendungsfehler – insbesondere eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr – zurückzuführen. Anfänglich zu beobachtende Nebenwirkungen wie Blähungen oder Völlegefühl verschwinden meist in den ersten Tagen der Einnahme wieder.

Hierzu sind einige wenige Punkte zu beachten:

  • während der Anwendung stets für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgen
  • Flohsamenprodukte nicht im Liegen oder kurz vor dem Schlafengehen anwenden
  • Allergiker sollten auf pulverisierte Flohsamen(schalen) verzichten oder speziell gereinigte Produkte verwenden
  • andere Medikamente mit einem zeitlichen Abstand von 1 bis 2 Stunden zum Flohsamenpräparat einnehmen
  • Flohsamen nicht anwenden unter anderem: bei Verengungen von Speiseröhre und Verdauungswegen, Darmverschluss, Schluckbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen; bei gleichzeitiger Einnahme anderer Quellmittel sowie bestimmter Medikamente (Durchfallmittel Loperamid, Opioide zur Schmerztherapie u.a.); von Kindern unter 12 Jahren; von schlecht einstellbaren insulinpflichtigen Diabetikern; von Patienten, die ihre tägliche Trinkmenge einschränken müssen (z.B. bei bestimmten Funktionsstörungen der Nieren oder des Herzens)

Bei der Anwendung der Flohsamen bzw. Flohsamenschalen ist die hohe Wasserbindefähigkeit der in den Samenschalen enthaltenen Schleimstoffe zu beachten. Da die Samen um ein Vielfaches aufquellen, muss die tägliche Trinkmenge entsprechend angepasst werden. Mit der Behandlung wird einschleichend begonnen und sich so an die für den jeweiligen Patienten optimale Aufnahmemenge herangetastet. Da der Wirkeintritt erst nach 12 bis 24 Stunden erfolgt und das Wirkmaximum erst nach 2-3 Tagen erreicht wird, empfiehlt es sich, sich vorsichtig an die für das jeweilige Beschwerdebild geeignete Dosierung zu gewöhnen. Man trinkt zu Beginn der Therapie einmal täglich ein Glas Wasser, in dem man einen Teelöffel Flohsamen vorquellen lässt. Dieses Gemisch wird getrunken und im Anschluss noch ein bis zwei Gläser Wasser getrunken. Als Tagesdosis werden 10 bis 40 Gramm Flohsamen bzw. 4-20 Gramm der weitaus quellfähigeren Flohsamenschalen empfohlen.

Auch in der Tierheilkunde kommen die bewährten Flohsamen zum Einsatz: Zur Vorbeugung von sogenannten Sandkoliken bei Pferden sowie zur Behandlung von Verdauungsstörungen bei Katzen und Hunden. Die Flohsamen werden in aller Regel gut gefressen und sind auch für die Tiere sehr gut verträglich. Im Handel ist für jeden Einsatzzweck das ideale Mittel erhältlich. Die Anwendung sowie Dosierungs- und Zubereitungshinweise sind auf der Verpackung ausführlich beschrieben. Achten Sie auch hier auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr!

Äußerliche Anwendung von Flohsamenschalen

Flohsamen eignen sich auch hervorragend für Breiumschläge bei Furunkeln, Abszessen, Verstauchungen, Verrenkungen und anderen stumpfen Verletzungen des Bewegungsapparates. Für den Breiumschlag werden Flohsamen in warmem bzw. kaltem Wasser eingeweicht, sodass ein streichfähiger Brei entsteht. Dieser Brei wird auf die zu behandelnde Stelle aufgetragen und mit einem Tuch bedeckt. Der Umschlag kann für eine bis mehrere Stunden dort belassen werden und wird dann mit Wasser abgewaschen. Für die Behandlung von Furunkeln und Abszessen ist der Brei mit warmem Wasser anzurühren, da Wärme die entzündete Stelle erweicht. Der Flohsamen saugt Gewebsflüssigkeit aus dem entzündeten Gewebe auf und fördert die Wundheilung. Zur Behandlung stumpfer Verletzungen macht man den Brei mit kaltem Wasser. Die kühle Masse leitet Hitze aus dem schmerzenden Körperteil und nimmt Gewebsflüssigkeit auf, sodass die Schwellung zurückgeht.